Wie bleibt mein Mini-PC gesund? Teil 3: Kabel


DatumDonnerstag, 22. August 2019 KategorieWissen

In den ersten beiden Teilen der Reihe, die sich ganz um die Gesundheit von Mini-PCs dreht, haben wir die richtige Kühlung und die SmartFan-Funktion von aktiv gekühlten Systemen genauer beleuchtet. Aber auch von außen beziehungsweise am Gehäuse gibt es Einflüsse, die sich auf die Gesundheit eines PCs auswirken können: Kabel, die an den verschiedensten Schnittstellen befestigt sind.

Ob zur Verbindung mit dem Internet oder dem Anschluss von externen Peripheriegeräten: Immer sind Kabel im Spiel. Werden diese nicht richtig ausgewählt und montiert, können sie leicht herausreißen oder brechen und so den Mini-PC beschädigen. Welche Möglichkeiten gibt es den Mini-PC davor zu schützen?

Zugentlastung

Für flexible elektrische Leitungen, dazu zählen auch Kabel, gibt es eine mechanische Schutzvorrichtung, die sogenannte Zugentlastung. Diese ist für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel, (beispielsweise Kabel, Leiterplatten, Audio-Steckverbinder) Pflicht und nach EN 62444 genormt.  

Die Zugentlastung besteht aus Metall- oder Kunststoffschellen, die durch Einklemmen des Kabels das Herausreißen verhindert. Wie so etwas im Einsatz aussieht, sehen Sie hier.

Kabelverschraubung

Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von verschraubbaren Kabeln, welche unter anderem auch der Zugentlastung dienen. Die Vorteile sind vielfältig. Ein verschraubtes Netzteil zum Beispiel (siehe Abb. 3), kann nicht mehr einfach oder aus Versehen gezogen werden. So bleibt der PC mit Strom versorgt und das Betriebssystem vor eventuellen Schäden durch einen plötzlichen Reset verschont. Ein weiterer Vorteil von verschraubbaren Kabeln ist bessere Isolation, vor allem am Gehäuse eines Mini-PCs. Äußere Einflüsse wie Staub oder Feuchtigkeit in Produktionshallen können durch die feste und dichte Verbindung nicht mehr ins Innere des Systems gelangen und verlängern somit die Lebensdauer eines Mini-PCs.

Für die Kabelverschraubung sind heutzutage nach DIN EN 60423 metrische Gewinde vorgeschrieben, sowie eine Mindest-Schutzart von IP54. Zum Schutz von Menschen vor potentieller Gefährdung bei Benutzung der Geräte sind jedoch Schutzarten von IP65, welches als staub- und wasserstrahlgeschützt, und IP68, welches als staub- und wasserdicht deklariert ist, üblich.

Welche Kabel und Anschlüsse sind verschraubbar?

Nach all der Theorie nun zur Praxis: Welche Kabel sind überhaupt verschraubbar? Zu den wohl gängigsten gehören die serielle Schnittstelle RS-232, besser bekannt als COM, und die Multimediaschnittstellen VGA und DVI (siehe Abb. 2). Deren Buchsen und Stecker sind standardmäßig mit Gewinden ausgestattet und können daher nicht so leich abgezogen werden.

Weitere Sicherungsmöglichkeiten

Es gibt aber auch Kabel, die sicher und fest im Anschluss sitzen bleiben, ohne verschraubt werden zu müssen. Dies gilt zum einen für das LAN-Kabel und zum anderen für die Multimediaschnittstelle DisplayPort. Beide setzen auf das Prinzip von einrastenden Haken, sogenannte Verriegelungsnasen, die dafür sorgen, dass das Kabel auch wirklich hält. Beim Lösen des Kabels wird die Nase auf der Steckeroberseite ganz einfach heruntergedrückt.

Das HDMI-Kabel ist eine Sache für sich. Da es von Grund auf eigentlich keine Sicherung hat, um fest im Anschluss zu bleiben, gibt es mittlerweile verschiedene Möglichkeiten, die dies gewährleisten sollen. Da wären zum einen Kabelüberzüge aus Silikon oder auch einzeln erhältliche HDMI-Kabel, die mit einem Mechanismus ausgestattet sind, mit dem eine Art Verriegelungssystem manuell ein- und ausgestellt werden kann. Ein ausführlicher Testbericht ist hier zu finden.

PC Gesundheit: Kabel

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Verschraubbarer DVI auf VGA Adapter

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Verschraubbares Netzteil

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